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jeudi 12 juillet 2012

Das kann doch alles nicht sein.Diese Übelkeit,dieser Schwindel.Stell dich nicht so an,ermahne ich mich selbst,du bist doch sonst nicht so empfindlich.Ich bücke mich nach meiner Strumpfhose,was ich sofort bereue,da es mir direkt sauer aufstößt.Hektisch greife ich nach meiner Wasserflasche und stürze gut 2/3 hinunter.Mit einem Blick auf die Uhr stelle ich fest,dass ich mal wieder knapp dran bin,Bluse an,Pullover drüber,Schal und Blazer klemme ich mir mitsamt meinen Bücher und meiner Zettelwirtschaft unter den Arm.Als ich auf den Campus hinaustrete,verfluche sofort wieder dieses Land,where its raining,even if the sky is blue.Wie wahr.Ohne auf irgendjemanden zu warten,starte ich durch,der Kies knirscht unter meinen Schuhen,und ich frage mich ,wie lang ich diesen Scheiß eigentlich noch packe.Ich weiß,bald sind Ferien,aber nur weil ich zu Hause bin,heißt es nicht,dass alle Sorgen geklärt sind.Als ich bei meinem Schließfach ankomme und es mühsam aufgeschlossen hab,fallen mir die Überreste der letzten Nächte in die Arme.Verdammte Scheiße.Die Flaschen,die Pillen,die Tütchen mit dem weißen Pulver.Einen Moment lang überlege ich,was wohl passieren würde,wenn ich all das auf einmal runterstürzen würde.Wahrscheinlich nur ein Schulverweis,haha.Ich greife nach den Tütchen und stecke sie in die Innentasche meines Blazers,gefolgt von jeglichen Tabletten.Die alkoholischen Getränke werden wohl noch gute Dienste leisten können,deswegen stülpe ich eine Tüte über die Flaschen,knalle meinen Ordner und meiner Bücher davor und begebe mich hinaus ins Freie,um auf eventuelle Begleitungen zum Frühstück zu warten.
Ich weiß schon,warum ich C. die letzten Tage eher gemieden habe,deswegenvwundert es mich auch nicht,dass sie mich jetzt keines Blickes würdigt.
Wenn sie wüsste,dass ich..mit ihm.Ich meine,keiner ist hier in festen Händen und man fickt nicht den Schwarm der Freundin,aber was,wenn man ihn genauso will,und er einen auch?
Ich meine,die Quittung hab ich ja schon,mir ist ständig schlecht und ich weiß immernoch nicht,ob ich schwanger bin oder nicht.Er selber glaubt nicht daran,er hat kurz nach meiner Ansprache nur geguckt und dann auf seinen Kollegen gedeutet."Dont try to blame me,i know what you did after you had me,but anyway,we should try to talk later".
Dieses "Later" sollte vor 3 Tagen sein.Ok,ich meide seine Gegenwart,ich habe hier schon genug Ärger gemacht.Irgendwie muss ich beide rankriegen,ich weiß nur noch nicht wie.


Genervt nehme ich meinen Platz ein und hoffe,dass keiner auf die Idee kommt,mit mir zu reden.Wird natürlich schwierig,wenn so ziemlich jeder über deine Schandtaten Bescheid weiß und alle Beteiligten an einem Tisch sitzen.Als mir sein Geruch in die Nase steigt,habe ich das Bedürfnis ein Mal quer über den Tisch zu kotzen.Angewidert gebe ich Saft,Milch,Cornflakes und jegliche weitere Nahrungsmittel weiter."Willste nix essen?",fragt J. ehrlich besorgt und auf Deutsch."Danke nein und du weißt auch wieso."  "Ok,was ist dann mit dir los?". "J.,pass auf,denkst du,ich habe mir das neulich ausgedacht?Denkst du,es ist ne super Sache,tagelang auf dich zu warten und dann tust du so als wäre nie was gewesen?Und nur so,ich war zwar auf irgendeinem Stoff,aber ich weiß,dass ich mit dir ... undsoweiter und nicht mit ihm,ok?Und weißte du was?Wenn ich von dir schwanger sein sollte,dann Gnade dir Gott"
Überrascht von meinem eigenen Ausbruch und der plötzlichen Stille,springe ich ertappt auf und sprinte aus dem Speisesaal.Jetzt ist es raus,selbst jemand,der kein Deutsch versteht,hat wohl oder übel jetzt verstanden,dass zwischen J. und mir eine Menge schmutzige Wäsche gewaschen wird.
Erschöpft lehne ich mich an die kalte Mauer des Gebäudes und schließe die Augen.Warum greife ich immer so tief in die Scheiße?Als ich Schritte vor mir höre,bete ich,dass es trotz meiner ganzen Bemühungen nicht J. ist.Bevor ich noch die Augen öffnen kann und einen halbwegs vernünftigen Gedanken fassen kann,spüre ich seine Lippen auf meinen.Ohne hinzusehen,weiß ich,dass er es ist.
Und als ich die Augen dann doch öffne und mich hektisch umzusehen versuche, sehe ich sie dort stehen.Ich bin mir in dem Moment nicht sicher,ob es Wut,Enttäuschung oder Schmerz ist,in ihrem Blick.Spätestens jetzt bin ich aufgeflogen,wir,ich,er.BEvor ich irgendetwas unternehmen kann,ist sie weg.



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