Planlos stehe ich vor meinem Schrank,meine spießige superpraktische Falt-Oilily -Tasche in der einen Hand,einen Packen Klamotten auf dem andern Arm.Ich habe keinen Plan was ich brauche,wenn ich erst in ca. 16 Stunden wieder nach Hause komme.Ich ziehe mich an,schminke mich fertig,verstaue Makeup und Co in der Tasche,frische Unterwäsche,ein Handtuch,Deo,Zahnbürste,Parfum,Taschentücher,Feuerzeug,Aspirin,Schlaf zeug und los gehts.Ich fühle mich wie die letzte Crackbitch,werde jedoch 20 Minuten später freundlich empfangen und gelobt für mein tolles aussehen.Haha.Guter Witz.Die Leute strömen nach und nach,ich blicke auf die Uhr,halb 9 erst.
Ich unterhalte mich und da halbherzig und tu so,als würde mich das Gelaber über Leute aus der Schule intressieren und wer wen vögelt.Sollen sie alle mal machen,wenn über die geredet wird,beachtet mich wenigestens keiner.Ich schaue minütlich auf die Uhr,brauche ca. 40 Minuten um meine Bratwurst zu essen,während der rest um mich rum schaufelt und schaufelt.Um 10 erreiche ich ihn endlich."Ja soll ich dich schnell abholen?" -"Bist du bescheuert,du hast noch restalkohol im Blut und bist müde,bleib mal schön liegen,ich lauf rüber".
Gesagt getan,auf dem dunklen Feldweg beginne ich zu rennen,überall raschelt es,ich lehne mich erleichtert an den zaun als ich die ersten Lichter des Kaffs sehe.Endlich.
5 Minuten später öffnet er mir die Tür,aus dem Wohnzimmer ruft jemand "Hallo Caro,willste dich noch kurz zu uns setzen?"
Ich gucke irritiert und entdecke im Dämmerlicht seine Mutter und ihren Partner,ich schüttel artig die Hand und bleibe dann im Türrahmen stehen.Ich versuche krampfhaft mich zusammezureißen,es ist mir unendlich unangenehm,ich weiß nichtnal wieso.Erleichtert stelle ich fest,dass C. endlich zu Ende geraucht hat und wir abziehen können.
In dieser Nacht reden wir zum ersten Mal.Über Beziehungen.Das Leben.Gefühle.Ich liege halb nackt auf seinem nackten Oberkörper und kämpfe gegen den Schlaf.Ich weiß,keiner von uns möchte eine Beziehung,und doch wissen wir beide,dass Gefühle irgendwann unumgänglich sind.
Gegen halb 4 morgens fallen mir immer wieder die Augen zu,wir schalten den Fernseher aus,legen uns hin,er rückt an mich ran,nimmt mich in die Arme und küsst mich vorsichtig in den Nacken."Schlaf gut".
Ich stinke nach Rauch,fremden Männern,seinem Parfum,Schlaf und vor allem sehe ich nicht so aus ,als hätte ich bei einer Freundin geschlafen.Ich überschminke die Knutschflecken sorgfältig ,bitte ihn rechts ranzufahren und mich hier schon aussteigen zu lassen.Ich schaue ihn an,weil ich weiß,dass ich ihn so schnell nicht wieder sehen werde,ohne dass es auffliegt.
Er zieht mich an sich ran und küsst mich.Ich bin so perplex,dass ich einfach mitmache.Das is mir jetzt neu,Knutschen in der Öffentlichkeit macht man ja in diesem Falle eigentlich nicht...
Das Hupen der Autos reißt mich aus meinen Gedanken,ich küsse ihn ein letztes Mal,dann steige ich aus.
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